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„Was wir aneinander schätzen“

Ökumenischer Gottesdienst der ACK zu Pfingsten - St.Ludwig

Vertreter*innen von fünf christlichen Konfessionen sagten sich gegenseitig, "was sie aneinander schätzen".Ökumene-Kerze mit 5 Dochten

Dazwischen wurde der Kehrvers: "Laudate omnes gentes" Gesungen. Nach jedem Zeugnis wurde einer der fünf Dochte einer großen Kerze entzündet)

Wir haben von der Vision, von möglichen Wegen zur Einheit, aber auch von Steinen auf dem Weg zur Einheit gehört. Im ökumenischen Miteinander arbeiten wir daran, Gemeinsamkeiten zu stärken und miteinander zu leben. Daneben gilt es, uns einander in unseren Unterschieden verständlich zu machen und uns trotz allem Trennendem gegenseitig anzunehmen. Sicher können Sie gut verstehen, dass wir bei diesem Prozess bei anderen Kirchen jeweils Dinge entdeckt und schätzen gelernt haben. Wir wollen jetzt einander sagen, was wir aneinander besonders schätzen, wo uns bei anderen „ein Licht aufgegangen ist“. Deshalb werden wir auch am Ende jedes Beitrages einen Docht an dieser Kerze entzünden.

Barbara Kohlstruck schätzt an den Mennoniten-Gemeinden:
Wer die Mennoniten sind und was sie auszeichnet, das habe ich als junge Frau in einem FSJ in einem mennonitischen Altersheim kennengelernt und dann nochmals bei einer Kollegin, mit der ich etliche zusammengearbeitet habe, erfahren. Mich beeindruckt bei den Mennoniten, wie ernst sie ihren Glauben nehmen, wie sehr der Glaube das Leben bestimmt. „Liebet eure Feinde“ – wem das gesagt ist, der kann keinen Wehrdienst mit der Waffe ausüben; deshalb verweigern Mennoniten jeglichen Militärdienst. Mennoniten leben für mich, was es heißt Salz der Erde, Licht der Welt zu sein. Als kleine Minderheit, ohne Kirchensteuer, ohne große kirchliche Struktur, aber doch mit hoher Wirksamkeit gerade auf dem Feld der Friedensarbeit.
So klein diese Kirche ist, ist sie doch weltweit vernetzt und hat damit einen sehr weiten Horizont.
In der mennonitischen Kirche werden keine kleinen Kinder getauft. Dass Menschen sich bewusst für die Taufe entscheiden und dafür auch ein gewisses Alter haben müssen, ist für mich immer auch eine Anfrage an unsere Taufpraxis. Nehmen wir es vielleicht nicht ernst genug, dass das Getauftsein im Leben sichtbar und spürbar werden muss?
Ich halte es für wichtig, ja unverzichtbar, dass diese kleine Kirche für uns große Kirchen eine Art „Daueranfrage an unsere Glaubwürdigkeit“ ist.

Hans-Erhard Wilms von den Baptisten schätzt an der Katholischen Kirche: …
Die Väter der Freikirchen wollten Glauben persönlicher und inniger leben, als sie das in ihren bisherigen Kirchen praktiziert hatten. Dabei haben sie so ziemlich alles, was Glauben symbolisch oder liturgisch sichtbar gemacht hat, über Bord geworfen.
Ich schätze an der katholischen Kirche ganz besonders die tiefe Symbolik, die hinter jeder kirchlichen Handlung, hinter den kirchlichen Gewändern und im Ablauf der Gottesdienste steht. Hier wird für mich ohne Worte ganz viel Glauben deutlich. Und das setzt sich dann in der Liturgie fort. Natürlich ist mir klar, dass Liturgie auch zu einer leeren Hülle werden kann. Aber bewusst praktiziert vertieft gerade sie biblische Aussagen und Zusprüche. Das zeigt sich besonders deutlich im liturgischen Psalmengesang, in dem die sich mit anderen Worten wiederholenden Aussagen durch kurze Singpausen bewusst gemacht werden. In dieser Form habe ich die Psalmen ganz neu verstehen und lieben gelernt.

Alban Meißner von der katholischen Kirche schätzt an der evangelischen Kirche: ...
Katholiken lieben den Prunk und die Feierlichkeit. So ist oft die gängige Meinung zu uns und unserer Liturgie. Das ist auch oft so, und im Grunde kommen wir auch nicht ohne ein gelegentliches feierliches Hochamt aus. ich selbst aber schätze an der evangelischen Kirche, speziell in der reformatorischen Ausprägung unserer Landeskirche die Bemühung, alles auf das Wesentliche zu konzentrieren. Nichts soll vom Wort Gottes ablenken. Das bildet sich oft bis in den Kirchenbau ab: Der Verzicht auf Bilder, generell auf Farben, bis zur Sitzordnung, die so gewählt ist, dass sich alles auf die Verkündung des Wortes Gottes und die Auslegung dazu richten kann. Ich habe diese Art des Kirchenbaus als Jugendlicher in Vollendung in Winnweiler erlebt. Diese Kirche dort ist weiß gestrichen, keine Bilder, keine farbigen Fenster, alles konzentriert sich auf die Mitte, wo der Altar mit der aufgeschlagenen Bibel steht. Ob ein Kreuz vorhanden ist, weiß ich nicht mehr, aber wenn, dann ohne Korpus. mich hat diese Kirche, dieser Raum sehr beeindruckt. Ich konnte dort zur Ruhe kommen und es ist mir leicht gefallen, meine Gedanken und Gebete auf Gott zu konzentrieren.

Birgit Foth von der Mennonitengemeinde schätzt an der Orthodoxen Kirche:
Auf den ersten Blick sind die orthodoxe Kirche und die mennonitische Gemeinschaft zwei völlig verschiedene Arten von Kirche. Auf den zweiten Blick gibt es Gemeinsamkeiten, v.a. im dezentralen Kirchenverständnis und der Bedeutung der Ortsgemeinde.
Aber wichtiger sind die konkreten Begegnungen im Leben und im Glauben. Es gibt im Umfeld unserer Mennonitengemeinde einige mennonitisch-orthodox gemischter Familien. Wir schätzen den Glauiben und das Engagement, mit dem Menschen weite Wege gehen, um ihre Kirche zu besuchen und sich dort zu engagieren.
Und ebenso schätzen wir die Gastfreundschaft und Freundlichkeit, die wir hier in der griechisch-orthodoxen Kirche immer wieder erleben.
Kann man nur das schätzen, was man teilt und versteht?
Ohne tieferes Verständnis, aber fasziniert, stehen wir in einer orthodoxen Kirche vor den vielen eindrücklichen Bildern. Und ebenso geht es uns, wenn wir einen Gottesdienst oder Elemente eines orthodoxen Gottesdienstes miterleben dürfen. Das ist so ganz anders ist als das, was wir kennen.
Staunend und dankbar sagen wir: So bunt und lebendig ist die Kirche Jesu!

 

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