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Die Zukunft der Kirche

Bericht zur 11. Tagung der Bezirkssynode

Mit großer Mehrheit wurde Pfarrer Alexander Ebel zum neuen Senior des Prot. Kirchenbezirks Ludwigshafen gewählt. Bei der 11. Tagung der Bezirkssynode in der Apostelkirche am vergangenen Samstag, 16. November 2019, standen zudem weitere richtungsweisende Themen auf der Agenda. Wie die notwendige Einsparung von Pfarrstellen im Kirchenbezirk erfolgen könne, dazu sollen laut Dekanin Barbara Kohlstruck bis Sommer 2020 konkrete Vorschläge erarbeitet werden. Wohin der Weg der evangelischen Kirche in Zukunft führen werde, führte Oberkirchenrätin Marianne Wagner aus. Dabei erteilte die Gastrednerin einem „Weiter so!“ eine klare Absage.

Immer mehr Menschen verlieren den Bezug zu ihrer Kirche, die Anzahl der Kirchenmitglieder sinkt und damit auch der finanzielle Spielraum. Zugleich fehlt es an Personal, schon jetzt sind viele Pfarrstellen unbesetzt. Bis 2030 gehen im Durchschnitt 25 Pfarrer pro Jahr in den Ruhestand, zehn neue Pfarrer werden jährlich hinzukommen, so die Prognose. Die evangelische Kirche befindet sich in einem gewaltigen Umbruch. Wie die Zukunft der Kirche aussehen kann und welche Herausforderungen auf dem Weg dorthin zu meistern sind, dazu sprach Oberkirchenrätin Marianne Wagner als zuständige Gebietsdezernentin und Personaldezernentin der Evangelischen Kirche der Pfalz bei der 11. Tagung der Bezirkssynode des Prot. Kirchenbezirks Ludwigshafen. Hierbei erinnerte Wagner zunächst an den ursprünglichen Auftrag der Kirche, die Verkündigung der christlichen Botschaft. „Um Gebäude oder Pfarrer geht es bei diesem Auftrag erst einmal nicht“, betonte Wagner. Vielmehr sei die zentrale Frage, wie sich Kirche auf die Veränderungen einstellen und ihren Auftrag dennoch gewährleisten könne. „Wenn alles so bleibt, wie es ist, wird das nicht zu schaffen sein“, stellte die Oberkirchenrätin klar.

„Eine Minderheit zu werden, ist schwer“, räumte Wagner ein. Zugleich ergäben sich aus dem Wandel jedoch viele Chancen. Und von europäischen Nachbarn sowie Minderheitskirchen weltweit könne man manches lernen, ist die Oberkirchenrätin überzeugt. Die evangelische Kirche solle daher mutig, gemeinsam und voller Hoffnung in die Zukunft vorangehen. „Es braucht die Hoffnung der Kirche in Zeiten wie jetzt, in denen der Zusammenhalt der Gesellschaft so gefährdet ist.“ Weiterhin brauche es laut Wagner künftig mehr Unterstützung und weniger Verwaltung, ein neues Miteinander von Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen, mehr Kooperationen, eine stärkere Vielfalt sowie ein Investieren in Kinder- und Jugendarbeit. Dabei sollten nicht die organisatorischen Herausforderungen allein im Fokus stehen, sondern vielmehr die Veränderungen zu einem geistlichen Auseinandersetzen mit der eigenen Kirche und Kirchengemeinde führen.

Wie mutige Gemeinden seitens der Landeskirche unterstützt werden können, darüber berichtete anschließend Pfarrer Tim Kaufmann. Der Referent der Oberkirchenrätin stellte den Synodalen das Projekt „Laboratorium“ vor und rief die Kirchengemeinden auf, sich zu beteiligen. In sogenannten Erprobungsräumen könnten Kirchengemeinden neue Ideen entwickeln und umsetzen, ohne die Rechtssicherheit aufzugeben. „Wir brauchen Freiräume und müssen ausprobieren dürfen, was im bestehenden Kirchenrecht bisher nicht vorgesehen ist“, sagte Kaufmann.

Wahl der Stellvertretung der Dekanin
Im zweiten Teil der Tagung der Bezirkssynode stand die Wahl der Vertretung von Dekanin Barbara Kohlstruck auf der Tagesordnung. Stefan Bauer, Pfarrer der protestantischen Jona-Kirchengemeinde und bisheriger Stellvertreter von Dekanin Barbara Kohlstruck, wechselt zum Dezember 2019 auf eigenen Wunsch nach Landau. Als sein Nachfolger wurde Alexander Ebel vorgeschlagen. Mit 78 von 83 möglichen Stimmen wurde der Pfarrer aus Altrip zum neuen Senior gewählt. Da Ebel erkrankt war, konnte er nicht persönlich bei der Bezirkssynode anwesend sein, er hatte aber ausrichten lassen, dass er die Wahl, sollte er denn gewählt werden, annehmen werde. Ebel ist seit fünf Jahren Gemeindepfarrer in Altrip, Mitglied im erweiterten Kirchenbeirat sowie Vorsitzender im Beirat für Öffentlichkeitsarbeit.

Bericht der Dekanin
Auch im Bericht der Dekanin über die aktuellen Entwicklungen im Kirchenbezirk Ludwigshafen ging es um wesentliche Veränderungen, die in den kommenden Jahren auf die Stadtgemeinden zukommen werden. So spielten die notwendigen Einsparungen von Pfarrstellen bis 2025 eine wichtige Rolle. Die endgültige Entscheidung liege beim Bezirkskirchenrat, doch können die drei Kooperationsausschüsse laut Kohlstruck bis zum Sommer 2020 Vorschläge vorlegen, wie die fünf erforderlichen Stellen konkret eingespart werden könnten. Eine Änderung im Zuschnitt der Kirchenregionen könne ein solcher Schritt sein, beispielsweise wenn die Kirchengemeinde Ruchheim künftig zur Region Nord, statt wie bisher zu Süd zählen wird. In der Region Süd sollte es laut Dekanin eine stärkere Zusammenarbeit der Gemeinden Rheingönheim, Maudach und Gartenstadt geben und in Mitte sollten neben einem gemeinsamen Gottesdienstplan die Idee einer Konfirmandenarbeit für die gesamte Region weiterverfolgt werden.

Eine Zusammenarbeit mit allen christlichen Kirchen und Gemeinden der Stadt erfolge an Pfingsten 2020 bei einer Nacht der offenen Kirchen. „Über das Projekt ‚Stille in der Stadt‘ haben wir schon viele Menschen erreicht und wir hoffen, dass wir über die Nacht der offenen Kirchen ebenfalls viel Resonanz erzielen“, sagte Kohlstruck. Außerdem könnten sich hierbei nicht nur die Protestantischen Kirchengemeinden auf sehr vielfältige Weise einbringen.

Jahresabschluss 2018 einstimmig angenommen
Einstimmig hat die Bezirkssynode den Jahresabschluss des Haushalts 2018 festgestellt. Ausgaben und Einnahmen beliefen sich demnach im vergangenen Jahr auf gut 4,2 Millionen Euro. Damit liegt das Jahresergebnis rund 24.200 Euro unter dem Plan. Demgegenüber stehen jedoch noch ausstehende Forderungen von fast 29.000 Euro, so dass das Haushaltsjahr 2018 am Ende mit einem leichten Überschuss verzeichnet sein wird.

Zum Abschluss der 11. Tagung der Bezirkssynode wurde von der jüngsten Landessynode berichtet. Welche Themen die Evangelische Kirche Deutschland auf ihrer Tagung Anfang November in den Mittelpunkt stellte, darüber informierte ein Mitglied aus Ludwigshafen. 

Hintergrund:
Bei der Bezirkssynode kommen gewählte Delegierte aus den Gemeinden zusammen, um über alles Wichtige, das den Kirchenbezirk betrifft, zu entscheiden. Ganz aktuell: Veränderte Aufgaben und geringere finanzielle Spielräume führen dazu, dass bis 2025 vielerorts Pfarrstellen eingespart werden müssen. Im Bereich des Protestantischen Kirchenbezirks Ludwigshafen sollen künftig fünf Stellen wegfallen.  

Info: Die 12. Tagung der Bezirkssynode des Protestantischen Kirchenbezirks Ludwigshafen findet am 14. März 2020 in der Pauluskirche in Ludwigshafen statt.

Lesen Sie hier den Bericht der Dekanin zur 11. Tagung der Bezirkssynode.

 

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