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Jahreswechsel und Jahreslosung - Gedanken von Dekanin Barbara Kohlstruck

Auf der Schwelle vom alten zum neuen Jahr schauen wir zurück und schauen nach vorn. Nichts hat dem zurückliegenden Jahr so seinen Stempel aufgedrückt wie Corona. Und so wird es wohl auch als Corona-Jahr in die Geschichte eingehen. Die Hoffnung, dass das im neuen Jahr anders werden kann, ist begründet, aber Gewissheit haben wir auch da nicht.

Die biblische Losung für 2021 wurde schon ausgesucht, als noch niemand an Corona auch nur denken konnte. Und doch scheint sie gut zu passen. "Jesus Christus spricht: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist." (Lk 6,36). Eine klare Ansage, was unsere Haltung gegenüber anderen angeht.

2021 wird vielleicht das Jahr sein, wo weniger die Pandemie in ihrer Gefährlichkeit das Leben bestimmt, als vielmehr all die Folgen der Pandemiebekämpfung. In der Wirtschaft, im Bildungs- und Kulturbereich, im Gesundheitswesen wird es noch geraume Zeit dauern, bis eine neue Normalität sich einstellt. Bis dahin wird es wohl noch viel Kritik geben an all dem, was in diesem Jahr entschieden oder eben auch nicht entscheiden wurde.

Im Rückblick ist kritisieren immer leicht, weil man eben hinterher schlauer ist als zuvor. Ich plädiere für ein großes Maß an Barmherzigkeit mit all denen, die in diesem Jahr unter dem Druck der Pandemie, dem Druck der Öffentlichkeit und der unterschiedlichsten Interessen Entscheidungen fällen mussten.

Bei allen Unzulänglichkeiten ist unser Land ziemlich gut durch diese Krise gekommen – nicht zuletzt durch verantwortungsvolle Politiker*innen und eine funktionierende Demokratie. Ich bin dafür dankbar. Barbara Kohlstruck

Foto: Pixabay

 

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