Aktuelles aus dem Kirchenbezirk

14.09.2021

Kindertagesstätten

Offen für Kulturen und Religionen

Protestantische Kindertagesstätten stehen allen Kindern offen – ganz gleich welcher Religion oder Kultur. Deshalb ist interkulturelle und interreligiöse Erziehung in den Einrichtungen nichts Neues. Neu ist aber ein umfassendes Konzept, dass dieser Arbeit ein einheitliches Fundament gibt. Dazu gehört auch, dass in den protestantischen Kitas in Ludwigshafen Fachkräfte mit einer interkulturellen Ausbildung tätig sein werden. Zudem ist das Konzept richtungsweisend: "Damit bekennt sich der Verbund unserer Kitas, offen zu sein für alle Kulturen und Religionen. Das Konzept untermauert, wie wichtig uns interkulturelle und interreligiöse Arbeit sind", erklärt Pfarrer Frank Wolf, der die theologische Gesamtleitung in dem Kita-Verbund innehat. Auf einer Klausur-Tagung vom 6. bis 8. September wurde das Konzept an die stellvertretenden Kita-Leitungen übergeben. Damit erfolgte der Startschuss für die Umsetzung.

Erzieherin liest zwei Jungen vor. Foto: Verbund Prot Kitas im Prot Kirchenbezirk LU/Thomas Brenner
In protestantischen Kitas spielen und lernen Kinder mit unterschiedlichen kulturellen Wurzeln unter einem Dach. Foto: Verbund Prot Kitas im Prot Kirchenbezirk LU/Thomas Brenner

Interkulturelle und interreligiöse Erziehung findet in den 20 protestantischen Kitas längst statt, denn in den Einrichtungen bildet sich die Gesellschaft ab. Kinder mit verschiedenem kulturellem Hintergrund spielen und lernen unter einem Dach. Für die Mädchen und Jungen ist ihre Kita meist der erste Ort in ihrem Leben, an dem sie erfahren, dass Gleichaltrige anders aussehen, anders sprechen, sich anders verhalten. Nicht immer verläuft das reibungslos. Und natürlich begegnen sich auch Eltern und Fachkräfte in den Einrichtungen.

"Jeder ist willkommen"

"Die Wertschätzung und Anerkennung aller Menschen ist ein Kernpunkt des protestantischen Profils", erläutert Pfarrer Frank Wolf. "Die Kinder, aber auch die Eltern und andere Besucher unserer Einrichtungen sollen erfahren: Jeder Mensch gehört dazu. Jeder ist willkommen, denn Gott hat alle Menschen gern." Es gelte, die Würde des Menschen in den Blick zu nehmen. Dazu gehöre laut Frank Wolf, allen die gleichen Chancen auf Bildung und Entwicklung der Persönlichkeit einzuräumen. Das umfasst, dass die Kinder einen Zugang zu ihrer Religion finden und ihn bewahren.

Kinder in einer Vogelnest-Schaukel. Foto: Verbund Prot Kitas im Prot Kirchenbezirk LU/Thomas Brenner
Ziel der interkulturellen und interreligiösen Erziehung: respektvolles Miteinander und gleiche Bildung und Entwicklung für alle Kinder. Foto: Verbund Prot Kitas im Prot Kirchenbezirk LU/Thomas Brenner

Es ist normal, verschieden zu sein. Anderen begegnet man offen und respektvoll, ohne seine eigene Kultur zu verleugnen. Aber wie lernen Kinder das? Wie gelingt ein gutes Miteinander verschiedener Menschen? Hier setzen die protestantischen Kitas auf pädagogische Fachkräfte mit einer interkulturellen Zusatzausbildung.

Viele Methoden, um Vielfalt zu vermitteln

In der Zusatzausbildung haben sie gelernt, was Kulturen und Religionen unterscheidet, aber auch verbindet. Sie haben sich mit ihrer eigenen Prägung auseinandergesetzt und wissen, dass sie nicht alle Situationen aus dem Blickwinkel der eigenen Kultur bewerten dürfen. Und sie kennen Methoden, die vermitteln, dass es normal ist, verschieden zu sein. Das kann zum Beispiel Kunst aus einer Kultur sein, die Anregung gibt für ein Spiel oder zum Basteln. Das kann über Bilderbücher geschehen, die kulturelle Vielfalt darstellen. Das kann auch ein Ausflug in die Moschee, Synagoge oder Kirche sein. Dazu gehört auch, sich mit den Kindern auszutauschen, wie in den einzelnen Kulturen Feste gefeiert werden.

Wichtiger Punkt im interkulturellen Konzept ist die Arbeit im Kita-Team. Die Mitarbeitenden denken über ihre eigene kulturelle Prägung nach und wie sie untereinander damit umgehen. Das wirkt wiederum auf die Kinder, die sich das Verhalten abschauen.

Zusätzliche Fachkräfte mit interkultureller Ausbildung sind der Motor, um eine professionelle interkulturelle Bildung und Erziehung umzusetzen. "Diese wichtige Aufgabe kann nicht nebenbei erledigt werden", verdeutlicht Frank Wolf. Die interkulturelle und interreligiöse Pädagogik zieht sich durch die ganze Kita-Arbeit. Die jeweilige Fachkraft arbeitet eng mit den Kita-Leitungen und den Kolleginnen und Kollegen in den Gruppen zusammen. Sie vernetzt sich mit Partnern, etwa der Kirchengemeinde oder Anlaufstellen im Stadtteil. "Das neue Konzept macht die Rolle dieser Fachkräfte ganz klar", sagt Frank Wolf. Diese zusätzlichen Stellen werden über das Sozialraum-Budget des Landes finanziert. Dieses Budget stärkt die soziale Arbeit in Kitas.

Interkulturelles Konzept soll in Kita-Kultur eingehen

In das interkulturelle Konzept sind Erfahrungen und Ideen der Mitarbeitenden in den protestantischen Kitas eingeflossen. Es ist ein Leitfaden für die Mitarbeitenden und für Eltern. "Es soll in die Kultur der Kitas eingehen", sagt Frank Wolf. "Alle, die ihr Kind einer unserer Kitas anvertrauen, können sich auf diese Konzeption verlassen." Aber das Konzept ist kein abgeschlossenes Werk. Es wird regelmäßig überprüft und um neue Erkenntnisse ergänzt. yvw

Website der protestantischen Kitas: evkitalu.de

 

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