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12. Bezirkssynode

Bericht der Dekanin

12. Bezirkssynode am 19. September 2020

Die Bezirkssynode am Samstag, 19.09.2020, fand unter besonderen Bedingungen in der Erlöserkirche, einer der großen Kirchen in Ludwigshafen, statt, da dort die Corona-Hygieneauflagen am ehesten umsatzbar sind.

Auf der Tagesordnung standen die Feststellung der Jahresrechnung 2019 sowie der Beschluss des Haushaltsplanes 2020/2021.

Den Bericht der Dekanin hat Senior Alexander Ebel vorgetragen. Barbara Kohlstruck hatte an der am selben Tag stattfindenden Landessynode teilgenommen. In ihrem Bericht hat sie unter anderem die Entscheidung des Bezirkskirchenrates über die Verteilung des Pfarrstellenbudgets 2020-2025 erläutert. Die Kirchengemeinden waren im Vorfeld darüber bereits schriftlich informiert worden, wie die künftig 16 Pfarrstellen auf die 14 Kirchengemeinden verteilt werden.

 

Bericht vor der Bezirkssynode Ludwigshafen am 19. September 2020

Liebe Synodale!

Am 14. März hätte die letzte Tagung der Bezirkssynode Ludwigshafen stattfinden sollen. Wenige Tage zuvor hatten wir aufgrund der Entwicklungen der Corona-Epidemie diese Synode abgesagt.

Stattdessen fand an diesem Tag eine außerordentliche Pfarrkonferenz statt – teils digital, teils in physischer Anwesenheit, bei der wir uns ein erstes Mal intensiv mit den Konsequenzen des Lockdowns befasst hatten. Dass wir ein halbes Jahr später immer noch mit deutlichen Einschränkungen zu leben haben, haben wir uns damals nicht träumen lassen, auch nicht, wie die Epidemie das kirchliche Leben bestimmt.

Es war für mich beeindruckend, wie viele Ideen bereits an diesem Samstagvormittag geboren und dann in den nächsten Tagen und Wochen auch umgesetzt wurden:

  • Eine tägliche Öffnung der Melanchthonkirche über die Dauer von mehr als drei Monaten, um an zentraler Stelle in der Stadt eine Anlaufstelle für Stille, Gebet, Gespräch zu schaffen
  • Kleine Gottesdienstliturgien, um „am Küchentisch“ Gottesdienst feiern zu können
  • Tägliche Telefonandachten, um auch „nicht digitalen“ Menschen ein geistliches Angebot zu machen
  • Videogottesdienste in verschiedenen Kirchen als „heimatnahes“ Angebot zu den Fernsehgottesdiensten
  • der erklärte Wille, die Suppenküche nicht zu schließen, um die Bedürftigsten nicht im Regen stehen zu lassen
  • die Beteiligung an nachbarschaftlichen Unterstützungsnetzwerken
  • Briefe an Gemeindeglieder, insbesondere Altenheimbewohner*innen
  • … und viele andere kreative Formen des Kontakts in Zeiten der Distanz.

Insbesondere die Osterzeit war nochmals eine Herausforderung für die Verantwortlichen in den Kirchengemeinden, die mit viel Phantasie die fehlenden Gottesdienste in den Kirchen auszugleichen versuchten.

  • Ostertüten mit geistlicher Nahrung und Osterkerze
  • Ostern am Gartenzaun
  • Posaunenbläser auf der Straße
  • Garten-Gottesdienste in Altenheimen…

Auch der noch neue Newsletter wurde zu einem wichtigen Medium in dieser Zeit, der auch über die jeweils geltenden Bestimmungen für kirchliche Veranstaltungen und Gottesdienste informierte.

Inzwischen ist das kirchliche Leben teilweise wieder in Gang gekommen. Wir versuchen uns an die Einschränkungen zu gewöhnen und vermissen weiterhin vieles an unmittelbarem Kontakt, an Begegnung und Geselligkeit. Manches wird fortgeführt – wie die Telefonandachten, für die wir viele sehr positive Rückmeldungen bekommen. Anderes konnte eingestellt werden, da Zusammenkünfte in begrenzter Form wieder möglich sind. Für all Ihr Engagement, Ihre Besonnenheit und Hilfsbereitschaft sage ich ganz herzlichen Dank!

Mir als Dekanin war es wichtig, dass wir uns erkennbar solidarisch verhalten, also uns als Kirche aus Solidarität und Verantwortung füreinander an die Beschränkungen halten, aber auch ggf. verantwortbare Ausnahmen zulassen. Ich bin sicher, dass vielerorts noch weitere, an die jeweilige Situation angepasste, individuelle Lösungen gefunden wurden, um Nähe in Zeiten der verordneten Distanz zu ermöglichen.

Gerade Ostern bot sich dazu an, deutlich zu machen, aus welcher Hoffnung wir leben, auf wen wir in solch schweren Zeiten vertrauen und dass wir gewiss sind, dass wir auch in dieser Situation nicht verlorengehen.

Manchen war das zu wenig; manche hätten sich machtvollere Worte, lautstärkeres Auftreten gewünscht, vielleicht auch eine Verweigerung gegenüber manchen Auflagen.

Meine Sache war dies nicht. Die pauschale Kritik, dass Kirche in dieser Zeit versagt habe, teile ich nicht, auch wenn wir sicherlich nicht alles richtiggemacht haben – aber wer könnte dies in solchen Zeiten von sich behaupten?

 

Pfarrstellenbudget

Vieles ging in dieser Zeit aber auch weiter – so auch die Arbeit des Bezirkskirchenrates, der einige Sitzung als Videokonferenzen durchgeführt hat.

Wie angekündigt, wurde im Juli das Pfarrstellenbudget endgültig beschlossen. Unmittelbar nach den Sommerferien wurde die Pfarrkonferenz darüber informiert, in den letzten Tagen die Kirchengemeinden mit einem Schreiben an die Presbyterien.

Für den BKR war dabei leitend,

  • dass es in allen Kirchengemeinden mindestens eine Pfarrperson geben, also keine Kirchengemeinde von einem Pfarramt in einer anderen Kirchengemeinde mitversorgt bzw.-mitverwaltet werden soll.
  • dass die Umsetzung ohne persönliche Härten, wie sie in vergangenen Runden vorkamen, erfolgen soll. Dies bedeutet, dass künftig „natürliche“ Veränderungen wie Stellenwechsel oder Ruhestandseintritte genutzt werden, unabhängig davon, wann diese Veränderungen eintreten.

Mir ist es wichtig noch einmal zu betonen, dass ein Denken in Einzelgemeinden als abgegrenzten Einheiten nicht mehr tragfähig ist. Es verhält sich vielleicht ähnlich wie in der EU – da sind die Grenzen auch durchlässig, man wohnt in dem einen Land und arbeitet in einem benachbarten. Und das Ganze funktioniert nur, wenn die „Stärkeren“ und die „Schwächeren“ zusammenhalten. Bei uns sind die „Stärkeren“ eher die kleinen Gemeinden, die verhältnismäßig viel personelle Ressourcen haben, und die Schwächeren die großen Gemeinden, die – im Verhältnis zu ihrer Gemeindegliederzahl – wenig personelle Ressource haben. Es funktioniert also nur im Miteinander und in einem Klima des gegenseitigen Vertrauens. In der Pfarrerschaft sehe ich eine große Bereitschaft zur Zusammenarbeit und wünsche mir, dass diese von den Kirchengemeinden und ihren Presbyterien mitgetragen und unterstützt wird.

In allen Regionen laufen derzeit noch Prozesse, wie die Zusammenarbeit weiterentwickelt werden kann. Gleichzeitig haben die Kirchen­gemeinden ihren Bedarf hinsichtlich des Gemeindepädagogischen Dienstes gemeldet. Eine Projektgruppe mit einer Vertreterin des BKRs, des GPDs, der Leiterin des GPDs (Stadtjugend­pfarrerin Florentine Zimmermann) und mir selbst wird ab Ende September einen Vorschlag erarbeiten, wie sich die Arbeit des GPDs in Zukunft über den Kirchenbezirk verteilt. Ziel wird dabei neben anderem auch sein, dass Gemeinden mit wenig Pfarrressource von den GPD-Ressourcen stärker profitieren und so ein gewisser Ausgleich geschaffen werden kann.

Auch wenn all diese Prozesse noch nicht abgeschlossen sind, hat es der BKR für sinnvoll erachtet, an seinem Zeitplan festzuhalten und das Pfarrstellenbudget im Sommer 2020 zu beschließen. Damit ist jetzt ein klarer Rahmen gesetzt, auf den sich von nun an alle einstellen und ihre Planungen darauf ausrichten können.

 

Umbau Lutherstraße 13/14

Wer in den letzten Tagen und Wochen im Dekanat in der Lutherstraße vorbeigekommen ist, hat mitbekommen können, dass dort baulich einiges verändert wird. Nach dem Auszug des größten Teils des Verwaltungsamtes im letzten Jahr begannen die Planungen für eine Renovierung und bauliche Anpassung, um das Büro des KiTa-Trägerverbunds in die freigewordenen Räume aufzunehmen. Diese sind jetzt in vollem Gang und sollen bis Ende Oktober abgeschlossen sein. Im Zuge dessen wurden auch Altakten aus den letzten 30 Jahren – schätzungsweise knapp 3 Tonnen – entsorgt, zum Verwaltungszweckverband oder ins Archiv nach Speyer verbracht. Im Frühjahr – nach Abschluss der Umbauarbeiten im Gebäude des VZVs in Speyer – wird dann auch die Personalabteilung dorthin verlegt und damit auch dieser Prozess des Beitritts abgeschlossen. Die in den vergangenen Jahren niedrige Miete an die Jona-Kirchengemeinde, die Eigentümerin des Gebäudes und Bauherrin der Maßnahme ist, wird sich ab dem kommenden Jahr erhöhen – was nachher im HH-Plan zu beschließen ist.

Personalia

Auch in personeller Hinsicht gab es wieder Veränderungen:

Zum 01.12.2019 wechselte Pfarrer Stefan Bauer in den Kirchenbezirk Landau. Die Stelle in der Jona-Kirchengemeinde fiel dabei als erste Stelle dem Pfarrstellenbudget 2020-2025 zum Opfer und wurde nicht mehr besetzt.

Pfrin. Elisa Stopp in Rheingönheim ist seit Mai mit einer halben Stelle aus der Elternzeit zurückgekehrt.

Die Pfarrstelle Ruchheim ist seitdem 1.3.2020 wieder besetzt durch Pfarrer Seung-Min Her, der vor zwei Wochen in Ruchheim ordiniert wurde und vielen aus der Zeit des Vikariats an der Friedenskirche bekannt ist.

Den beiden Kollegen Michael Lupas und Dr. Manfred Ferdinand, die im vergangenen Jahr aus anderen Landeskirchen nach Ludwigshafen kamen, wurde in den letzten Wochen die Pfarrstelle verleihen, nach dem sich die Presbyterien dafür ausgesprochen haben.

In Oggersheim hat Pfrin. Reinhild Burgdörfer die Gemeinde verlassen und hat zum 1.9.2020 eine Klinikpfarrstelle in Homburg/Saar übernommen. Ihre Stelle wird künftig nur noch mit einer 50% Stelle besetzt werden, auf die Ausschreibung hat sich aber niemand beworben.

Deshalb wird nun Pfarrer Georg Weber, der seit dem 1.1.2020 im Kirchenbezirk ist mit einer halben Dienstleistungsstelle die Arbeit in Oggersheim unterstützen; mit der anderen Hälfte seiner Stelle ist er Klinikseelsorger am Klinikum Ludwigshafen.

Ebenfalls in die Saar- bzw. Westpfalz wechselte Anfang September das Pfarrehepaar Götz Geburek und Britta Geburek-Haag, mit verschiedenen Aufträgen: Götz Geburek ist nun Gemeindepfarrer in der Prot. Kirchengemeinde Homburg; seine Frau Britta ist für die Studierendenseelsorge in Kaiserslautern und Homburg zuständig.

Auch Vikare kommen und gehen: Florian Grieb und Maik Weidemann haben ihr Gemeindepraktikum in Ludwigshafen abgeschlossen, Tobias Laun hat seines gerade in Altrip begonnen.

Bedauerlicherweise werden wir wohl auch im Bereich Öffentlichkeitsarbeit wieder eine Veränderung haben, da Ute Günther, die wir im letzten Herbst engagieren konnten, diese Aufgabe nicht weiterführen kann, was wir und auch sie selbst sehr bedauern. Wir sind derzeit aber auf der Suche nach einer neuen Kraft für diesen Bereich. Der Newsletter, den sie hoffentlich alle schon abonniert haben, ist ein Bespiel für ihre gute Arbeit.

 

Fusion des Kirchenbezirks

Seit inzwischen acht Jahren besteht der Auftrag, dass sich die Kirchenbezirke Bad Dürkheim, Grünstadt, Frankenthal und Ludwigshafen zu zwei Kirchenbezirken zusammenschließen sollen. Bad Dürkheim und Grünstadt haben dies in einem sehr schnellen Prozess bereits getan; der BKR Ludwigshafen hat von Anfang an seine Bereitschaft erklärt, mittelfristig über eine Fusion nachzudenken, obwohl 2012 Ludwigshafen noch über 40.000 Gemeindeglieder hatte. Seitens des Kirchenbezirks Frankenthal wird die Notwendigkeit einer Fusion jedoch nicht gesehen.

Seit dem Sommer des letzten Jahres gab es mehrere Treffen, die aber bislang keine Perspektive erkennen ließen.

Ich schätze die Situation derzeit so ein, dass wir nicht in Sieben-Meilen-Stiefeln auf eine Fusion mit Frankenthal zugehen; die Steuerung des Prozesses liegt bei der Landeskirche; derzeit ist der BKR zu weiteren Gesprächen bereit, auch wenn der Wunsch diese Frage bald abschließen zu können immer stärker wird.

 

Ziele für die Arbeit des BKRs

Im Zuge der in diesem Jahr abzufassenden Jahresberichte haben sich auch die Presbyterien mit der Frage nach den Zielen für die nächsten Jahre befassen müssen - sofern sie dies nicht im Rahmen eines Visitationsberichtes in den vergangenen zwei Jahren getan haben.

Auch der BKR hat in dem Bericht des Kirchenbezirks Ziele formuliert, denen er in den kommenden Jahren besondere Aufmerksamkeit geben möchte:

  1. Förderung der Zusammenarbeit in den Regionen insbesondere durch die Etablierung einer Kultur der Kooperation
  2. Aufrechterhaltung einer guten zeitgemäßen Öffentlichkeitsarbeit durch entsprechende Investitionen in Personen
  3. Unter Beibehaltung seiner funktionalen Konzeption Neuausrichtung des GPDs und Anpassung an veränderte Gegebenheiten
  4. Entlastung der Pfarrer*innen durch den Aufbau eines zentralen Liegenschaftsmanagements (mittelfristig) im Gespräch mit dem VZV und anderen Kirchenbezirken
  5. Entwicklung eines systematisierten Vorgehens zum Abbau des Gebäudebestandes
  6. Bestärkung der Hauptamtlichen und der neuen Presbyterien in großer Freiheit auch ungewohnte Wege zu gehen und von Traditionen, die sich als schwierig erweisen, Abschied zu nehmen.

 

Diese Ziele müssen selbstverständlich mit einem neuen BKR abgestimmt und konkretisiert werden.

 

Kirchenwahlen

Die größte Aufgabe in diesem Jahr wird aber die Durchführung der Presbyteriumswahlen sein, denen wir uns nachher ja auch noch widmen.

So schwierig die Kandidat*innenfindung gerade unter Corona-Bedingungen ist, so viel Arbeit das Ganze macht, sollten wir es nicht nur als eine Belastung ansehen, sondern als eine Chance, Menschen an der Gestaltung der Kirche zu beteiligen und eine demokratische Kultur einzuüben und zu pflegen, die in der Gesellschaft von immer mehr Menschen in Frage gestellt wird. Wenn Menschen in der Kirche demokratische Prozesse zu gestalten lernen, dann wird das auch für die Gesellschaft ein Gewinn sein und die Demokratie in diesem Land stärken.

Alles Gute, viel Freude und viel Kraft für diesen „Kraftakt“! 

Dekanin Barbara Kohlstruck

(20.09.2020)

 

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